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Schon kurz nach Erfindung der Buchdruckerkunst muss das „Postulieren“ , das Verlangen, nach Ende der Lehre in den Stand der Gehilfen aufgenommen zu werden, aufgekommen sein. War das Verlangen selbst verständlich und schmerzfrei, so war die damit verbundene Tortur umso schmerzhafter. Zum Glück veränderte sich dieser Brauch mehr und mehr, bis er zu dem wurde, was selbst heute noch (gelegentlich) zelebriert wird: zum Gautschen. Der ehemalige Auszubildende wird (hier gibt es zwei Möglichkeiten) entweder in eine Wanne oder auf Schwämme gesetzt. Beides allerdings – hier gibt es nur eine Möglichkeit – ist voller Wasser. Beliebter ist (wen wundert’s) die gefüllte Wanne, schließlich gibt es die Möglichkeit der Gegenwehr und nicht selten gelingt es, zur Freude des Gautschmeisters und der zahlreichen Zeugen, einen der Packer mit ins Nass zu ziehen. Nach dem Gautschen wird der Gautschbrief ausgehändigt, den es in verschiedenen optischen und textlichen Versionen gibt. Den Abschluss bildet ein Gautschfest.
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